Stellungnahme des Matratzen Fachverbands zur Stiftung Warentest Ausgabe 10/2015

Stellungnahme des Fachverband Matratzen-Industrie e.V. zum Matratzentest „Unter Schaumschlägern“ in der aktuellen Stiftung-Warentest Ausgabe 10/2015
Essen – 25. September 2015.

Stiftung Warentest 10/2015 Matratzen & LattenrosteUnter dem markigen Titel „Unter Schaumschlägern“ hat sich die Stiftung Warentest in ihrem aktuellen Heft zur Qualität von Marken-Matratzen geäußert. Die darin enthaltenen Ratschläge sind leider in wesentlichen Punkten unqualifiziert oder stützen sich auf falsche bzw. unvollständig widergegebene Informationen. Einiges möchten wir deshalb richtig stellen – vor allem aber den Verbraucher ermutigen, sich seinen eigenen Eindruck zu verschaffen. Denn die beste Matratze ist am Ende die, auf der der Kunde die beste Schlafqualität erreicht.

„Die haltlose und unsachgerechte Berichterstattung hat mit der aktuellen Ausgabe einen Gipfel erreicht, an dem sich manch kluger Kunde und kritisch denkende Journalist fragen wird, ob sich das Dargestellte noch mit der Alltagserfahrung deckt,“ so Dr. Ulrich Leifeld, Geschäftsführer des Fachverband Matratzen-Industrie e.V.
Natürlich ist nicht immer das teuerste Produkt auch das Beste. Dennoch sollte der Verbraucher die These der Stiftung Warentest, billiger sei besser, kritisch hinterfragen: wie bei anderen Produkten, wie Kleidung oder Autos, gibt es bei Matratzen viele Gründe, warum Qualität einfach Geld kostet. Wenn eine Matratze dicker, größer oder schwerer ist als ein Vergleichsmodell, dann ist auch davon auszugehen, dass bei der Herstellung dieser Matratze mehr Material eingesetzt wurde. Neben der Menge des verarbeiteten Materials fordert auch die Verwendung hochwertiger Materialien ihren Preis: so mag eine Matratze mit viel Polyester im Bezug möglicherweise preiswerter sein, als eine solche mit einem hohen Anteil an Baumwolle. Wer aber ohnehin viel schwitzt, der ist mit viel Polyester und einem kleinen Preis vielleicht nicht gut beraten. Und auch bei der Funktionalität wird der Verbraucher es selbst beurteilen können: Wie fühlt sich eine 70-Euro-Matratze im Vergleich zu anderen Modellen an? – Ist der Bezug abnehmbar und waschbar? – Wie ist der Reissverschluss beschaffen und eingearbeitet?
„Bei der Matratze ist es ähnlich wie bei einem Anzug, einem Kleid oder Schuhen,“ erklärt Dr. Ulrich Leifeld: „Je hochwertiger das Material, je mehr davon verarbeitet wurde und je ordentlicher die Verarbeitung, umso teurer wird das Kleidungsstück – und auch die Matratze. Wir raten deshalb dem Verbraucher, selbst zu vergleichen und dabei dem eigenen Eindruck zu trauen.
Und dann zu entscheiden, wieviel Geld ihm dieser Unterschied wert ist. Wenn die Stiftung Warentest behaupten würde „die billigsten Kleider sind die besten“ oder „eine Unterhose kann man besser selber nähen“, dann fragen Sie sich ja auch: deckt sich das noch mit meiner Alltagserfahrung und meinen Bedürfnissen?“
Das Beispiel mit der selbstgenähten Unterhose ist nicht einmal aus der Luft gegriffen – die Stiftung Wartentest empfiehlt Lesern tatsächlich, sich einen Lattenrost selbst zu bauen und erklärt sogar: „Kein Modell ist besser als die Spanplatte“. Spätestens an dieser Stelle sollte der informierte Verbraucher hellhörig werden. Dass ein einfaches Brett nicht so federn kann, wie ein technisch ausgereifter Lattenrost, ist einfachste Physik. Nur im Team entfalten Lattenrost und Matratze ihren Komfort, das kann jeder ganz einfach ausprobieren, wenn er bei derselben Matratze verschiedene Unterfederungen testet und spürt, wie sich das Liegegefühl verändert. Und wenn wir jede Nacht 300 bis 500 Milliliter schwitzen, dann muss die aufgenommene Feuchtigkeit auch wieder aus der Matratze entweichen können – und zwar in die Raumluft. Auf einer durchgehenden Spanplatte kann sie das nicht, so dass die Matratze binnen kürzester Zeit Schimmel ansetzten wird. Vor allem für Menschen mit Allergien oder Atemwegserkrankungen ist die Empfehlung mit dem Brett deshalb regelrecht gefährlich. „Ich warne dringend davor, dass Leser diesem Rat der Stiftung Warentest folgen,“ so Dr. Ulrich Leifeld, „und womöglich ihre neue Matratze auf eine einfache Spanplatte legen – zumal die Stiftung Warentest sicher nicht gewillt sein wird, den durch die mangelnde Luftzufuhr entstandenen Schaden an den neuen Matratzen zu ersetzten.“
Zugegeben: ein so einfaches Patentrezept wie die Stiftung Warentest hat der Fachverband nicht zu bieten. Dafür sind die individuellen Bedürfnisse und Ansprüche an Matratzen und Lattenroste einfach zu komplex. „Wir halten deshalb, neben der unmittelbaren Erfahrung, eine qualifizierte Beratung immer noch für unverzichtbar,“ erläutert Dr. Ulrich Leifeld. „Und deshalb können wir auch andere Teile der Berichterstattung so nicht hinnehmen.“ Um aufzeigen zu können, was für unbeschreiblich hohe Margen der Einzelhandel einbehalte, gab man die vom Fachverband eingeholte Auskunft zur Zusammensetzung des Preises einer hochwertigen Matratze nur verfälscht wieder – und reduzierte Werbung, Marketing und den wichtigen Service des stationären Handels schlicht auf „Werbung“. Es mag sein, dass eine derartige Sichtweise von manchen Herstellern oder Händlern geteilt wird. Vom Fachverband nicht.

Kontakt:
Fachverband Matratzen-Industrie e.V. Holsterhauser Str. 81 45147 Essen
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